Zeitungsberichte

Klarstellung Wasserturmfest

Barmstedter Zeitung vom 02.01.2007
Aus der Region
Wasserturm kommt gut an

Seit einem Jahr bringt der Inhaber Ludwig Klein wieder Leben in den Wasserturm Elmshorn. Er ist zufrieden mit der bisherigen Entwicklung der Besucherzahlen.


Der Inhaber des Gebäudes, Ludwig Klein, mit Ehefrau Ilse. Foto: Stefan Imlau

Elmshorn.
“Der Wasserturm wird wirklich gut angenommen. Das ist in erster Linie der Mund-zu-Mund-Propaganda zuzuschreiben: Wem es hier gefallen hat, der sagt es weiter. Das stellt die beste Form der Werbung dar.” So der Inhaber Ludwig Klein im Gespräch mit unserer Zeitung. Durch ihn und seine Frau Ilse hat ein altes Elmshorner Wahrzeichen wieder eine Zukunft bekommen: der Wasserturm in der Jahnstraße. Die beiden Elmshorner haben ihn am 2. Juli 2003 offiziell für den symbolischen Preis von 50 Cent den Stadtwerken abgekauft. Sie betreiben dort traditionelles Handwerk wie das “Kerzenziehen für Jedermann” (Ilses Kerzenhaus) sowie ein Bistro und bieten Führungen an. Für die notwendigen baulichen Maßnahmen in dem alten Gebäude gaben sie Summen in sechsstelliger Höhe aus. Zuschüsse gewährte die Stiftung zur Erhaltung von Kulturdenkmalen.

“Das Bistro bietet Frühstück, Kaffeespezialitäten und kalte Getränke, Kuchen, Torte, Waffeln und kleine Speisen sowie 30 bis 40 Teesorten”, erläutert Klein. Das Kerzenhaus seiner Frau Ilse werde insbesondere von Kindern gut angenommen. Hier würden auch Kindergeburtstage gefeiert. Nicht ohne Stolz weist Klein darauf hin, dass durch bauliche Maßnahmen für Behinderte die Möglichkeit geschaffen worden sei, den Turm zu besuchen und Kerzen zu ziehen. Beliebt sind auch die Turmbesichtigungen, die am Wochenende um 15, 17 und 19Uhr angeboten werden. Öffnungszeiten sind von 10bis 21.30 Uhr.

Der Wasserturm, 1902 in Betrieb genommen, birgt in seinem Kopf einen 550 Kubikmeter fassender Wasserbehälter aus Stahl. Seit 1988 hat das Gebäude für die Wasserversorgung der Elmshorner keine Bedeutung mehr, denn die Stadtwerke erzeugen den Wasserdruck ausschließlich mittels Pumpen. Bereits 1992 regte der damalige Stadtwerkedezernent Siegfried Golz an, den Turm für einen symbolischen Preis von einer Mark zu verkaufen. Die Aktion erregte großes Aufsehen. Interessenten aus der Schweiz und aus Holland gaben sich die Klinke in die Hand und unterbreiteten ihre Ideen, die von der Schaffung kleiner Läden bis zu Wohnungen und einem Aussichtsrestaurant reichten. Doch keines der Projekte ließ sich realisieren. Der Wasserbehälter konnte nur mit großem Aufwand ausgebaut werden, denn das Dach lagert auf ihm. Diese Probleme haben Kleins gemeinsam mit ihrem Architekten Jan-Peter Witte von der Architektengruppe Plandreieck gemeistert. Die offizielle Turm-Eröffnung erfolgte Ende letzten Jahres.

 

 

Elmshorner Nachrichten vom 23.07.2003

Hamburger Abendblatt vom 24.07.2003 Pinneberg
Neues Leben im alten Turm
Denkmal: Nun ist es amtlich: Für 50 Cent wechselte Elmshorns Wasserturm den Besitzer. Bald sorgt dort eine Kerzenwerkstatt für neuen Glanz.

Von Nils Baumgarten

Elmshorn – Das Immobiliengeschäft des Jahres wird die Bilanz der Elmshorner Stadtwerke nur unwesentlich aufbessern. Doch dafür wurde der Kaufpreis stilecht überreicht. Mit einer 50-Cent-Münze, eingefasst in eine Kerze, leisteten Ilse und Ludwig Klein ihren Beitrag zu dem Deal, der sie zu den neuen Besitzern des Elmshorner Wasserturms macht.

Die Stadtwerke sind nun um einen halben Euro flüssiger und um ein Problem ärmer. Um den Erhalt des 101 Jahre alten und als “besonderes Kulturdenkmal” eingestuften Turms müssen sie sich nicht mehr kümmern. Das tun nun Ilse und Ludwig Klein. Sie wollen den Turm sanieren und dort die jetzt an der Lornsenstraße ansässige Kerzenwerkstatt von Ilse Klein einrichten. Zu diesem Zweck werden zunächst die beiden unteren Turmebenen umgestaltet. Im September kommenden Jahres will das Ehepaar Klein die Eröffnung feiern.

Für den Wasserturm beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt, zugleich endet ein eher trostloses Kapitel seiner Geschichte. Zur Wasserversorgung dient das alte Gemäuer mit dem 550 Kubikmeter großen Stahltank schon seit 1990 nicht mehr. Ein Jahrzehnt lang hatten die Stadtwerke vergeblich nach einem neuen Verwendungszweck und nach Kaufinteressenten gesucht.

“Die meisten hatten nur Neugier, aber weder Ideen noch Geld”, erinnert sich der Vorsitzende des Stadtwerke-Ausschusses, Siegfried Golz. Vom Nutzungskonzept des Ehepaars Klein ist Golz dagegen restlos überzeugt: “Das ist die erste wirklich überzeugende Planung. Und sie hat noch dazu den Vorteil, dass der Wasserturm für die Öffentlichkeit zugänglich wird.”

Mit Umsicht und Sachkunde packt Ludwig Klein, im Hauptberuf Ingenieur für Großanlagen in der Mineralölwirtschaft, die Renovierung an. Gemeinsam mit den Architekten des Büros Plandreieck hat er schon einen detaillierten Umbauplan erstellt. Seine Frau arbeitet derweil an Ideen für die künftige Nutzung. Auch im Wasserturm will sie Jung und Alt für das traditionsreiche Handwerk des Kerzenziehens begeistern. Platz zum Ausstellen von Kerzen und anderen Kunstwerken soll eine zusätzliche Galerieebene bieten.

Bei der Gestaltung des Innenraums gilt vor allem ein Prinzip: “Im Turm ist alles rund”, sagt Ludwig Klein. Eine Wendeltreppe, im Halbkreis plazierte Flüssigwachsbehälter und auch entsprechend gestaltete Möbel werden die formalen Kriterien erfüllen. Vorgaben ganz anderer Art machen darüber hinaus die Installation einer Außentreppe erforderlich, die vom zweiten Obergeschoss nach unten führt. Neben dem Brand- muss auch der Denkmalschutz berücksichtigt werden. Vorgesehen ist unter anderem die Wiederherstellung der ursprünglichen Fenster. Die Öffnungen waren schon vor Jahrzehnten teilweise zugemauert worden.

Derzeit ist Ludwig Klein mit Aufräumungs- und Reingungsarbeiten beschäftigt. Mit einem Hochdruckreiniger hat er bereits auf mehreren Stockwerken Kalk- und Sulfatablagerungen von den Wänden entfernt. Nun liegen die Einzelteile eines Gerüsts bereit, das für Sanierungsarbeiten an den Außen- und anschließend auch den Innenwänden benötigt wird. Das alte Mauerwerk soll möglichst im Originalzustand erhalten bleiben. Hier und da sind Ausbesserungen nötig, weil Regenwasser, das an der Westseite eindrang, zu Frostschäden führte. Auch die alten Pumpen und Leitungen sollen künftigen Besuchern einen Eindruck vom technischen Stand der Wasserversorgung anno dazumal vermitteln.

Im Laufe der kommenden Jahre wird Klein jede freie Minute und “nach und nach wohl einen sechsstelligen Betrag” in den Umbau investieren. “Für uns ist das ein Hobby”, sagt er, andere Leute haben eine Segelyacht, wir haben einen Wasserturm.”

Elmshorner Nachrichten vom 23.07.2003

Hamburger Abendblatt vom 08.03.2003 (Pinneberg)
1902 war der Wasserturm noch ein technisches Meisterwerk

Endlich fließendes Wasser. Im Jahre 1902 war das für die Menschen im Elmshorner Zentrum eine revolutionäre Neuerung. Möglich machte es der neue Wasserturm an der Jahnstraße. Der 45 Meter hohe, von der Neumünsteraner Firma Licht-, Kraft- und Wasserwerke erbaute Backstein-Turm stellte die Wasserversorgung für knapp die Hälfte aller Haushalte sicher. Das kühle Nass floss aus dem 550 Kubikmeter fassenden Stahltank direkt in die Küchen und Baderäume. Anders als heute, da komplizierte Pumpensysteme eine stabile Versorgung garantieren, half damals nur die Schwerkraft bei der Erzeugung eines gleichmäßigen Drucks in den Leitungen, von dem auch die Feuerwehr profitierte.

Bei den Elmshornern kam die moderne Errungenschaft richtig gut an. Schon bald nach der Einweihung des Reservoirs verdoppelte sich der Wasserverbrauch. Keine Frage: Seit sich das mühselige Eimer-Schleppen erübrigt hatte, gab es für viele Elmshorner keinen Grund mehr, mit dem kühlen Nass sparsam umzugehen. Neue Brunnen mussten erschlossen werden. Sie werden noch heute genutzt, der Wasserturm hat seit 1990 ausgedient. nb

 

Hamburger Abendblatt vom 08.03.2003

Neues Leben für den Wasserturm: In dem 100 Jahre alten Kultur- Denkmal entsteht eine Kerzen- manufaktur.

Von Nils Baumgarten

Elmshorn – Ludwig Klein (47) ist Ingenieur, arbeitet als Abteilungsleiter eines Ölkonzerns. Komplizierte Raffinerie-Anlagen sind sein Metier. Doch den wohl größten Eindruck hinterließ beim ihm eine vergleichsweise simple Versorgungseinrichtung: der Elmshorner Wasserturm. Was seine Erbauer vor gut 100 Jahren leisteten, nötigt dem Experten von heute Respekt ab: ein 45 Meter hoher Backsteinbau mit Eisenfachwerk im oberen Bereich, meterdickes Mauerwerk und ein Granitring, auf dem ein gewaltiger, innen genieteter Stahltank ruht – all das geschaffen ohne Kran oder elektrohydraulische Winden.

Imposant wirkt der als besonderes Kulturdenkmal eingestufte Wasserturm noch heute, dennoch wollte ihn mehr als zehn Jahre lang niemand haben – bis Ludwig Klein kam. Gemeinsam mit seiner Frau Ilse (46) hat er das Elmshorner Wahrzeichen gekauft, zum symbolischen Preis von 50 Cent. Der Plan: Ilse Klein, die vielen Elmshornern auch als Leiterin der Kinderstube der Nikolaikirche bekannt ist, will ihre bislang an der Lornsenstraße angesiedelte Kerzenwerkstatt im Wasserturm unterbringen. Ein entsprechendes Konzept hat das Architekturbüro Plandreieck bereits vorgelegt. Das Wichtigste: Sowohl Denkmalpfleger als auch Bauaufsicht stimmten der Idee zu, dem historischen Gemäuer mit Kunsthandwerk und Kultur ein neues Leben einzuhauchen.

Nun kanns losgehen. “Außen wollen wir möglichst gar nichts verändern”, sagt Architekt Jan-Peter Witte (37). Allenfalls sollen die zugemauerten Fensteröffnungen wieder hergestellt werden. Außerdem muss auf der Turmrückseite ein zweiter Zugang geschaffen werden, der behindertengerecht ausfallen soll. Für Notfälle ist ferner eine Spindeltreppe aus Metall vorgesehen.

Deutlich mehr wird sich im Inneren des Turms tun. Im Eingangsbereich wird die Kerzenmanufaktur eingerichtet. Um die Geschosshöhe von sechs Metern zumindest optisch zu reduzieren, wird eine Galerie-Ebene eingezogen. Dann hat auch die viel zu steile Holztreppe ausgedient. Die vorgesehene Wendeltreppe passt ohnehin viel besser zur runden Architektur des Gebäudes.

Ein Stockwerk höher sollen Ausstellungs- und Verkaufsflächen entstehen, Ebene Nummer vier ist als Lager verplant. Der Rest des Turms wird renoviert, bleibt aber vorerst ungenutzt. “Wir arbeiten uns langsam nach oben”, sagt Klein. Auch der Wassertank soll nicht demontiert werden. Möglicherweise ist aber ein Rundgang auf dem Granitring möglich. Dort können Besucher durch die Fenster im Kopf des Turms 40 Meter hoch über der Straße einen beeindruckenden Weitblick genießen. Die Höhe der Investitionen steht noch nicht fest, mit einer “sechsstelligen Summe” rechnet Klein jedoch auf jeden Fall.

Dass sich die Elmshorner über die “Wiederbelebung” des Wasserturms freuen, darf als sicher gelten. Die Neugier der Passanten jedenfalls lässt keinen anderen Schluss zu. “Ich wollte nur ein wenig saubermachen und hatte die Tür offen gelassen”, erzählt Klein, “schon waren die ersten Leute da, um nach einer Besichtigung zu fragen”. Ein wenig werden sich die Elmshorner noch gedulden müssen. Ein gutes Jahr wird für den Umbau einkalkuliert, danach wird sich der Blick hinter die runde Backsteinfassade lohnen, verspricht Klein.

 

Blickpunkt vom 19.02.2003

 

Elmshorner Nachrichten vom 15.02.2003

 

Elmshorner Nachrichten vom 15.02.2003

Kerzenzieher wollen den Wasserturm
Elmshorner Wahrzeichen soll für 50 Cent verkauft werden

Foto: Sven Rohr
Wasserturm Gebäude außen

Von Bernd Kahlke

Elmshorn. Ein altes Elmshorner Wahrzeichen soll eine neue Zukunft haben. Die beiden Elmshorner Ilse und Ludwig Klein wollen den Wasserturm an der Jahnstraße kaufen und dort ein traditionelles Handwerk betreiben: das Kerzenziehen. Am Donnerstag wird das Stadtverordneten-Kollegium über den Verkauf entscheiden.
Der Wasserturm ist 1902 in Betrieb genommen worden. In seinem Kopf ist ein 550 Kubikmeter fassender Wasserbehälter aus Stahl. Seit 1988 hat der Turm für die Wasserversorgung der Elmshorner keine Bedeutung mehr, denn die Stadtwerke bauen den Wasserdruck ausschließlich mit Pumpen auf.
Schon 1992 regte der damalige Stadtwerkedezernent Siegfried Golz an, den Turm für einen symbolischen Preis von einer Mark zu verkaufen. Die Aktion erregte großes Aufsehen. Es meldeten sich sogar Interessenten aus der Schweiz und aus Holland. Die Ideen reichten von der Schaffung kleiner Läden bis zu Wohnungen und einem Aussichtsrestaurant. Doch keines der Projekte ließ sich in die Tat umsetzen. Der Wasserbehälter lässt sich nur mit großem Aufwand ausbauen, denn das Dach lagert auf ihm.
Diese Klippen haben Ilse und Ludwig Klein gemeinsam mit ihrem Architekten Jan-Peter Witte von der Architektengruppe Plandreieck umschifft. Sie wollen zunächst nur die beiden unteren Etagen des Turmes nutzen. Zugleich soll der Wasserturm zu besonderen Anlässen, etwa am Tag des Denkmals, für Besucher bis zur Spitze geöffnet werden.
Ilse Klein, vielen Elmshornern als Leiterin der Kinderstube von St. Nikolai bekannt, betreibt nebenher seit dem Jahr 2000 in der Lornsenstraße eine Kerzenzieherei. Dieses Handwerk soll sich nun im alten Wasserturm entwickeln. Im Erdgeschoss wollen die Kleins Wachsbehälter aufstellen. Hier können Besucher selbst Kerzen ziehen.
Über eine Wendeltreppe können die Kunden dann zunächst auf eine Teilzwischenebene in Form einer Galerie treten, bevor es dann nach insgesamt sechs Metern Höhe in den Verkaufsraum geht. Das nächste Stockwerk wird den Besuchern zunächst nicht zugänglich sein. Hier sind Lagerflächen geplant.
Um den Charakter des 45 Meter hohen Turms im Inneren zu erhalten, sollen die Wände von Bauten frei bleiben. Im Erdgeschoss werden zwei Versorgungsstationen mitten im Raum errichtet, etwa für Teeküche und WC.
Die Kleins möchten den Turm auch äußerlich ursprünglich gestalten. So werden Fenster, die bisher zugemauert sind, wieder geöffnet.
Aus Gründen des Brandschutzes muss auf der Rückseite eine so genannte Spindeltreppe errichtet werden. Hier wird zudem ein behindertengerechter Zugang geschaffen.
Sämtliche Pläne haben die Kleins und Witte bereits mit den zuständigen Behörden besprochen. Auch das Landesamt für Denkmalschutz hat Zustimmung signalisiert. Der Turm ist nämlich ein eingetragenes Kulturdenkmal.
Am Donnerstag müssen die Mitglieder des Elmshorner Stadtverordneten-Kollegiums dem Verkauf von den Stadtwerken an die Kleins zustimmen. Am Preis hat sich übrigens nichts geändert, er ist sogar etwas niedriger geworden. Die Werke wollen den Turm jetzt für 50 Cent verkaufen.
Ludwig Klein rechnet damit, dass der Umbau einen sechsstelligen Eurobetrag kostet. Das Risiko sei überschaubar und kalkulierbar, sagt er. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Turm schon im nächsten Jahr neu genutzt werden.
Der Initiator der Verkaufsidee, Siegfried Golz, freut sich über das Engagement. “Ich kann ihnen nur viel Glück wünschen”, sagt der Vorsitzende des Werkesausschuss.

Watt Löppt 11/2003